Die Chronik des MGV von 1879 Wormersdorf e.V.
14. März 1879: In der Gastwirtschaft Engelbert Dahlem in Wormersdorf finden sich eine Anzahl sangesfreudiger Bürger des Ortes zusammen und gründen den "Männer-Gesang-Verein Wormersdorf". Die musikalische Leitung übernimmt der Organist Theodor Kleuver, Präsident wurde Wilhelm Josef Wolber. Vereinssatzungen wurden beraten und festgelegt. Beschlossen wurde die Pflege weltlicher und geistlicher Lieder. Die Chorproben fanden jeden Mittwoch und Samstag um 20 Uhr im Vereinslokal statt.
05. April 1879: Das Bürgermeisteramt Rheinbach erteilt die Genehmigung für die am 26. März 1879 eingereichte Satzung. Der Verein wird unter der Nr. 400 in das amtliche Vereinsregister eingetragen.
April 1880: Anlässlich der Generalversammlung wurden "theatralische Vorträge" gehalten, die man als Vorläufer der später vielfach mit Erfolg aufgeführten Theatervorführungen bezeichnen kann.
April 1882: Auf Grund mangelnden Probenbesuches der Sänger wird beschlossen, jedes unentschuldigte Fehlen mit fünfzig Pfennigen zu Gunsten der Vereinskasse zu bestrafen. In der Folgezeit wurden die Chorproben wieder ausrechend besucht.
29. Juni 1882: An diesem Tage wurde die zuvor von den Schwestern des Hl. Franziskus in Aachen gestickte erste Vereinsfahne feierlich eingeweiht. Der für die damalige Zeit horrende Preis von 368 Goldmark wurde durch Spenden der Sänger und Bürger des Ortes aufgebracht.
1895 – 1909: Der Verein gerät in eine Krise. Laut Protokolleintragungen gab es "Zwist unter den Mitgliedern, mehrmaliger Wechsel des Vorstandes und der musikalischen Leitung ließen keine gedeihliche Arbeit zu". Der Verein existiert jedoch weiter.
01. April 1909: Josef Krupp wurde zum Dirigenten gewählt. Mit ihm ging es musikalisch, aber auch im Vereinsleben, wieder aufwärts.
29. Juni 1910: Das erste große Sängerfest wurde in Wormersdorf organisiert und veranstaltet. Es nahmen 12 Brudervereine daran teil.
Mai 1913: Der MGV unternimmt seinen ersten Vereinsausflug an die Urft -Talsperre – mit großem Erfolg.
1914: Ausbruch des 1. Weltkrieges. Ca. 30 Sänger wurden sofort Soldat. Die Familienangehörigen und die zurückgebliebenen Sangesbrüder begleiten die Einberufenen zum Bahnhof nach Meckenheim und die jungen Soldaten sangen mit bewegter Stimme den Zurückgebliebenen das Lied: "Mutter gib uns deinen Segen" als Abschiedsgruß.
Die Kriegszeit bis 1918: Da Vereinsleben ruhte zwar, jedoch versuchten die Daheimgebliebenen den MGV zusammenzuhalten, was ihnen letztlich auch gelang. Sieben Sänger kehrten aus dem 1. Weltkrieg nicht wieder heim.
Im Dezember 1918: wurden die Chorproben unter der Leitung von Josef Krupp wieder aufgenommen. Der Sängeralltag nahm seinen Fortgang.
18. Mai 1919: Das erste große Chorkonzert wurde in der Nachbargemeinde Loch mit großem musikalischen und bescheidenen materiellen Erfolg veranstaltet. In der Folgezeit wurden Sängerfest besucht, eigene Feste veranstaltet und die Theateraufführungen des MGV erwarben sich einen guten Ruf über Wormersdorf hinaus.
16. Juni 1924: Die Opferfreudigkeit der Vereinsmitglieder hatte die Anschaffung einer neuen Vereinsfahne ermöglicht und das Fest der Fahnenweihe wurde ein voller Erfolg. Die alte Fahne wurde jedoch ehrend aufgehoben und existiert noch heute.
20. Juni 1926: Die Männerchöre des Kreises Rheinbach schlossen sich zu einem Sängerbund zusammen. Ein an diesem Tage stattfindendes Wertungs- und Bundessingen wurde mit Erfolg durchgeführt.
21./22. Juli 1929: 50jähriges Stiftungsfest in Wormersdorf. Der Chor wurde mit der "Zelter-Plakette" vom Minister für Wirtschaft, Kunst und Volksbildung ausgezeichnet.
1933: Der MGV Wormersdorf wird Mitglied im Deutschen Sängerbund.
23. Juli 1929: Das 60jährige Stiftungsfest wird in Wormersdorf veranstaltet.
September 1939: Ausbruch des 2. Weltkrieges. 37 Sänger des MGV wurden in Laufe der Kriegsjahre zur Wehrmacht eingezogen. Bei Kriegsende hatte der Chor fünf Gefallene und drei Vermisste zu beklagen.
1946: Das Vereinslokal "Dahlem-Maßhöfer" war durch Kriegseinwirkung zerstört. Der Dirigent Josef Krupp hält die ersten Proben in seiner Privatwohnung ab.
1947: Das Vereinslokal "Dahlem-Maßhöfer" war wieder hergestellt worden, die Proben konnten an alter Stelle wieder fortgesetzt werden.
Mai 1947: Das erste Freundschaftssingen findet beim MGV Sechtem statt. Zeitgemäß wurde die Fahrt in einem offenen Lieferwagen durchgeführt.
April 1949: Ehrenpräsident Engelbert Dahlem ist verstorben und erhält vom MGV ein ehrendes Geleit. Neuer Ehrenpräsident wird Peter Brenner.
4. Juli 1949: Der MGV feiert mit 10 Brudervereinen sein 70jähriges Stiftungsfest. Es wurde ein voller Erfolg. Erstmalig erhält der MGV einen Protektor in der Person von Josef Hermann Schnitzler, Pächter der Domäne Klein-Altendorf. Zwei Wochen später machen die Sänger eine Sängerfahrt durch die Eifel und an die Mosel.
26. Dezember 1949: (2. Weihnachtstag) Der MGV spielt mit Erfolg wieder Theater.
März 1952: Der langjährige und verdienstvolle Dirigent Josef Krupp legt sein Ehrenamt als Dirigent nieder. Er wird zum Ehrendirigenten ernannt. Seine Nachfolge tritt Matthias Mauel an, der heut noch als Sänger im Chor aktiv ist.
04. Juli 1954: Das 75jährige Stiftungsfest wurde mit acht Chören in den Sälen Dahlem und Baertgen gefeiert.
1956: Der Protektor Herman Josef Schnitzler verstirbt und er Chor verbleibt in der Folgezeit ohne diesem Ehrenamt.
Januar 1959: Der Dirigent Matthias Maul legt sein Amt nieder, als neuer Dirigent wird Josef Gehlen verpflichtet.
Mai 1959: Ein neuer Protektor stellt sich dem Verein zur Verfügung: es ist der Hotelier Paul Förster aus Trier.
12. März 1960: Peter Koll, 35 Jahre Vorsitzender des MGV, gibt aus Altersgründen sein Amt ab. Die Nachfolge dieses Ehrenamtes tritt sein Schwiegersohn Hermann Langer an.
9. April 1961: Der Sangesbruder Jakob Fassbender verunglückt tödlich. Über die Grenzen von Wormersdorf hinaus ist er als Heimat- und Liederdichter bekannt. Er war u.a. Komponist und Texter des berühmten "Tomburg-Liedes".
27. Oktober 1968: Ehrenpräsident Peter Koll verstirbt und wird mit Sänger-Ehrungen zu Grabe getragen.
22. Februar 1969: Neuer Ehrenpräsident wird Leo Maßhöfer
Mai 1969: Der MGV feiert erfolgreich sein 90jähriges Bestehen.
1971: Die Sänger im Chor werden immer weniger, teils aus Altersgründen, zum Teil halten die neuen Medien (Fernsehen u.a.m.) die männlichen Wormersdorfer davon ab, Chorproben und Veranstaltungen zu besuchen.
Es wird eine Chorgemeinschaft mit dem MGV Eintracht Altendorf-Ersdorf gebildet, der ähnliche Probleme mit den Sängern hat. Gemeinsamer Dirigent ist Josef Gehlen. Die Vereine bleiben selbständig, proben getrennt mit einer Gemeinschaftsprobe im Monat. Öffentliche Auftritte werden gemeinsam bestritten.
1972: Die in der Folgezeit jährlich veranstalteten Chorkonzerte des Sängerkreises 5 in der Rheinbacher Stadthalle werden nicht zuletzt durch die Wormersdorfer Initiative ins Leben gerufen.
21. April 1979: Ferdinand Grohs übernimmt das Protektorat des MGV.
16. und 17. Juni 1979: Der MGV begeht sein 100jähriges Stiftungsfest. Mit uns feiern 21 Brudervereine und die Wormersdorfer Bevölkerung. Ein auch für Wormersdorf großartiges Ereignis.
18. März 1980: Verleihung der Zelter-Plakette durch den Bundespräsidenten Karl Carstens an den MGV von 1879 Wormersdorf.
23. April 1982: Protektor Ferdinand Grohs verstirbt und wird unter großer Anteilnahme durch den MGV feierlich zu Grab e getragen.
1983: Die Witwe Betty Grohs übernimmt das Protektorat über den Verein.
30. Juni u. 1. Juli 1984: 105jähriges Stiftungsfest, welches von dem verdienstvollen und unvergessenen Vorsitzenden H. Langer organisiert und geleitet wird, obwohl er bereits vom Tode gezeichnet war.
5. Dezember 1984: Der Erste Vorsitzende Hermann Langer erlag einem tückischen Leiden. Mit großem Ehren geleiten die Sänger ihren Vorsitzenden auf seinen letzten Weg.
9. Mai 1985: Die Vollversammlung wählt Dr. Helge Amberg zum Vorsitzenden.
10. April 1986: Dr. Amberg tritt aus persönlichen Gründen von seinem Amt zurück. Der Sänger Helmuth Tebs wird zum ersten Vorsitzenden gewählt.
25. Januar 1987: Der MGV erhält neue Statuten. Er wird unter dem Namen "Männer-Gesang-Verein von 1879 Wormersdorf" in das Vereinsgsregister des Amtsgerichtes Rheinbach eingetragen. Gleichzeitig erfolgt die Anerkennung als gemeinnütziger Verein durch das Finanzamt Siegburg.
11. Juni 1989: 110jähriges Stiftungsfest. Einweihung der dritten, neuen Vereinsfahne, die durch großherzige Spenden der Sänger, der Mitglieder des Vereins und der Bevölkerung angefertigt werden konnte. Die beiden alten Fahnen werden in Ehren verwahrt.
13. Oktober 1989: Chor und die Damen des MGV unternehmen eine Sängerreise nach Rom. Konzerte und die Papstaudienz sind Höhepunkte der gemeinsamen Fahrt.
28. Oktober 1993: Der Ehrenpräsident Wille Henn verstirbt. Ein verdienstvoller Sänger kann nicht mehr für den Verein wirken. Der Chor gibt ihm auf seinem letzten Wege ein ehrendes Geleit.
27., 28. und 29. Mai 1994: Der MGV feiert sein 115jähriges Bestehen. Eindrucksvoll gratulieren prominente Politiker, Ratsherren und die Wormersdorf Bevölkerung dem Verein. 15 Gastchöre geben sich en Stelldichein. Nach dem Fest wird die Zeit geprägt durch erfolgreiche Teilnahmen an Konzerten, Freundschaftssingen und Veranstaltungen im Dorf.
August 1995: Der langjährige Chorleiter Josef Gehlen erkrankt schwer und muss sich einer Operation unterziehen. Als Ersatz für zunächst ein Jahr wird Helmut-Hermann Ellerkamp verpflichtet.
14. August 1996: Der Vorstand beschließt, H.-H. Ellerkamp als Dirigent weiter zu verpflichten, da Josef Gehlen nach seiner Genesung sich nicht in der Lage fühlt, mehrere Chöre zu betreuen, da der MGV jedoch auf die enge Zusammenarbeit der Chöre von Ippendorf und Altendorf-Ersdorf angewiesen ist.
13. Juli 1996: Der Alt-Sänger und Senior des Chors, Wilhelm Joseph, vollendet sein 90. Lebensjahr. Im Rahmen einer Feier wird er geehrt.
1999: Der MGV Wormersdorf hatte in den vergangenen fünf Jahren fünf ausgeschiedene und den Zugang von 12 neuen Sängern zu verzeichnen. Der Optimismus der Vereinsführung für die Zukunft ist groß.
28., 29. u. 30. Mai 1999: Das 120jährige Stiftungsfest wird mit einem Festkommers unter Leitung von Dirigent H. Ellerkamp eröffnet. An den beiden folgenden Tagen besuchten uns 12 Chöre zum Freundschaftssingen.
5. August 1999: Überraschend gab Chorleiter H. Ellerkamp auf der diesjährigen Vollversammlung seinen Rücktritt bekannt. Somit endete auch eine langjährige Chorgemeinschaft mit dem MGV Altendorf-Ersdorf, die schon seit 1971 bestand.
12. August 1999: Der nach schwerer Krankheit wieder genesene Chorleiter Josef Gehlen übernahm erneut unseren Chor.
1. Februar 2001: H. Tebs trat als erster Vorsitzender zurück. Der zweite Vorsitzende, E. Thomas, übernahm für ein Jahr kommissarisch den Verein. Für seine Verdienste um den Verein wurde H. Tebs zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
12.-15.Oktober 2001: Vereinsausflug, organisiert von W. Barthel und H. Heinen, nach Tutzing am Starnberger See. Viele Sehenswürdigkeiten hinterließen einen großen Eindruck. Z.B. Schloss Linderhof, die Wieskirche, Kloster Ettal und Oberammergau.
3. November 2001: Erfolgreiche Teilenahme vor einer fachkundigen Jury beim Gutachter-Singen in Meckenheim.
31. Januar 2002: Auf der Vollversammlung wurde Dieter Henn zum neuen ersten Vorsitzenden gewählt.
14./15. Januar 2002: Der Verein konnte in jüngster Zeit etliche neue Sänger aufnehmen. Die Aufführung der Weihnachtsgeschichte "Die lebend Krippe", (Idee Karl-Heinz Dierkes, Textgestaltung Theo Hell, beides Neumitglieder), im Innenhof des Hauses Dahlem, wurde ein großer Erfolg.
Adventszeit 2003: Das Singspiel "Die lebende Krippe" wurde erneut unter großer Beteiligung der Bevölkerung aufgeführt.
26. Oktober 2003: Unter dem Motto "Chorfantasien 2003" fand anlässlich des Beethovenjahres ein großes Konzert in der Bonner Beethovenhalle statt. Unser Chor wirkte, zusammen mit den Männerchören aus Adendorf, Villip und Volmershoven - Heidgen, mit. Die insgesamt 110 Sänger hinterließen unter der Leitung von Alfons Gehlen einen nachhaltigen Eindruck.
2004: Seit Anfang des Jahres sind wir unter der organisatorischen Leitung unseres Vorsitzenden Dieter Henn und der unermüdlichen musikalischen Stabführung unseres Chorleiters Josef Gehlen dabei, unser 125jähriges Stiftungsfest vorzubereiten. Es wird mit einer Heiligen Messe in Sankt Martin und einem anschließenden Empfang im Vereinslokal Haus Dahlem eröffnet. Im Verlauf der Festwoche veranstalten wir ein internationales Chor- und Orchesterkonzert und zwei Freundschaftssingen mit 27 Gastchören in der Tomburghalle.
2005: am 17.02.05 werden in der Jahreshauptversammlung wie folgt gewählt1. 1.Vorsitzender Dieter Henn – 1. Schriftführer Werner Michels – 1. Kassierer Winnie Bartels In diesem Jahr werden Jakob Fassbender und Josef Gehlen (50 Jahre MGV)geehrt. Vereinsausflug nach Bad Zwischenahn.
2006: In der Jahreshauptversammlung werden als 2. Vorsitzender E. Thomas – 2 Schriftführer Wilh. Willens gewählt. Außerordentliche Vollversammlung weil Dieter Henn aus persönlichen Gründen als 1. Vorsitzender zurücktritt. Er wird mit Dank verabschiedet. Es werden neu gewählt: 1. Vorsitzender E. Thomas – 1. Schriftführer W. Michels – 1. Kassierer W. Bartels.
2007: Letzter Kostümball des MGV . In der Jahresvollversammlung wird der 2007 gewählte Vorstand bestätigt. 28.07.07 Besuch der Sänger aus Adolzfurt. Diesen Besuch erwidern wir im Sep. 2007. 10.-12.08.09 Festwoche "1175 Jahre Wormersdorf".
2008: In der Jahreshauptversammlung werden folgende Personen gewählt: 1. Vorsitzender C. Dierkes – 2. Schriftführer Niemand gefunden, Willi Willens ist zurückgetreten – 2. Kassierer P. Hantrup.
Josef Gehlen wird als Chorleiter verabschiedet. Im August Vereinstour nach Neumagen-Dhron/Mosel. Neuaufnahme Dieter Coellejan.
Die Chronik